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Beruf, Verkehr, Wohnen, Privat

Rechts­schutz­versicherung: Recht haben ist das eine. Es sich leisten können das andere.

Vor dem Arbeitsgericht zahlt in der ersten Instanz jede Seite ihren Anwalt selbst, auch wer gewinnt (§ 12a ArbGG). In anderen Verfahren trägt, wer verliert, auch die Kosten der Gegenseite. Die Rechtsschutzversicherung nimmt Ihnen dieses Kostenrisiko ab, wenn der Streit nach Vertragsbeginn entstanden ist.

  • An keine Versicherungsgesellschaft gebunden
  • Kein Honorar, vergütet über die Courtage
  • Rückruf am nächsten Werktag

, Versicherungsmakler, Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO · Stand:

Rechtsschutz-Check

Unverbindlich · wenige Fragen · Antwort persönlich von Maximilian Frischholz

Schritt 1 von 5

Worum geht es Ihnen vor allem?

Versichert ist Streit, dessen Ursache nach Vertragsbeginn liegt; für die meisten Bereiche gilt zusätzlich eine Wartezeit von drei Monaten.

Kurz gesagt

Was zahlt eine Rechts­schutz­versicherung?

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten, um Ihre rechtlichen Interessen durchzusetzen: den eigenen Anwalt, Gerichtskosten, Zeugen und Sachverständige und, wenn Sie verlieren, den Anwalt der Gegenseite. Versichert sind nur die vereinbarten Bereiche, üblich sind Privat, Beruf, Verkehr und Wohnen. Für die meisten Bereiche gilt eine Wartezeit von drei Monaten, und Streitigkeiten, deren Ursache vor Vertragsbeginn liegt, sind nicht versichert.

  • Keine Wartezeit bei Schadenersatz-, Straf- und Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz (ARB 2021)
  • Den Anwalt wählen Sie selbst (§ 127 VVG)
  • Lehnt der Versicherer wegen fehlender Erfolgsaussicht ab, steht Ihnen ein unparteiisches Verfahren zu (§ 128 VVG)
  • Familien- und Erbrecht: nur der Rat eines Anwalts, kein Prozess

Im Überblick

Welcher Baustein deckt welchen Streit?

Wie die Bausteine heißen und was sie genau umfassen, legt jeder Versicherer selbst fest. Die Übersicht folgt den Musterbedingungen des GDV.

Welcher Baustein deckt welchen Streit?
BausteinTypische StreitfälleWartezeit
PrivatStreit um Kauf, Handwerker, Reisen, Versicherungen; Schadenersatz nach einem Unfalldrei Monate für Vertragsstreit; keine für Schadenersatz
BerufKündigung, Abmahnung, Zeugnis, ausstehender Lohndrei Monate
VerkehrUnfall, Bußgeldbescheid, Punkte, Streit mit der Werkstattkeine für Schadenersatz, Straf- und Bußgeldverfahren und den Kauf eines fabrikneuen Autos; sonst drei Monate
WohnenNebenkosten, Mieterhöhung, Kündigung, Mängel der Wohnungdrei Monate
Familie und ErbeRat oder Auskunft eines Anwaltskeine, aber nur Beratung, kein Prozess

GDV, Allgemeine Bedingungen für die Rechtsschutzversicherung ARB 2021, Stand Juni 2025. Maßgeblich ist Ihr Vertrag.

Beispiel Arbeitsrecht

Warum zählt der Baustein Beruf für Angestellte so?

Wer eine Kündigung für unwirksam hält, muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang Klage beim Arbeitsgericht erheben (§ 4 KSchG). Versäumt er die Frist, gilt die Kündigung als von Anfang an wirksam (§ 7 KSchG).

In der ersten Instanz trägt jede Partei ihre Anwaltskosten selbst, auch wenn sie gewinnt (§ 12a ArbGG). Ohne Rechtsschutz entscheidet deshalb oft das Konto, ob man sich wehrt oder ob man eine Abfindung annimmt, die man sonst nicht angenommen hätte.

Entscheidend ist der Zeitpunkt: Versichert ist nur ein Streit, dessen Ursache nach Vertragsbeginn und nach Ablauf der Wartezeit liegt. Wer erst abschließt, wenn sich der Konflikt abzeichnet, ist in aller Regel zu spät.

Ein typisches Beispiel

Angenommen, nach zwölf Jahren kommt die Kündigung

Angenommen, Ihr Arbeitgeber kündigt Ihnen nach zwölf Jahren betriebsbedingt, und Sie halten die Sozialauswahl für falsch. Drei Wochen haben Sie Zeit, Klage zu erheben. Ihren Anwalt tragen Sie in der ersten Instanz selbst, auch wenn Sie gewinnen. Mit Rechtsschutz im Bereich Beruf übernimmt der Versicherer diese Kosten, vorausgesetzt, der Vertrag bestand schon länger als drei Monate, bevor der Streit begann.

Schreibtisch mit Waage, Richterhammer und Unterlagen
Symbolbild

Worauf ich achte

Wo sich zwei Tarife wirklich unterscheiden

Wartezeit beim Wechsel

Wer den Versicherer wechselt, sollte nahtlos anschließen. Die Musterbedingungen regeln, wer bei Fällen an der Nahtstelle zahlt; ob der neue Versicherer auf die Wartezeit verzichtet, steht im Vertrag.

Selbstbeteiligung

Üblich ist eine Selbstbeteiligung je Fall; ihre Höhe legt der Tarif fest. Manche Verträge senken sie, wenn längere Zeit kein Fall gemeldet wurde.

Familie und Erbe

Scheidung, Unterhalt und Erbstreit sind in den Musterbedingungen ausgeschlossen; versichert ist nur der Rat eines Anwalts. Wer mehr erwartet, wird enttäuscht.

Freie Anwaltswahl

Gesetzlich garantiert (§ 127 VVG). Manche Tarife belohnen die Wahl eines Partneranwalts mit niedrigerer Selbstbeteiligung. Verpflichtend ist das nie.

Häufige Fragen

Was zum Rechtsschutz oft gefragt wird

Welche Bausteine brauche ich?

Das hängt an Ihrer Lage. Für Angestellte steht der Baustein Beruf im Mittelpunkt, weil die Anwaltskosten vor dem Arbeitsgericht in der ersten Instanz immer selbst zu tragen sind. Wer Auto fährt, bekommt mit Verkehr Schutz bei Unfallstreit und Bußgeldverfahren. Wohnen zählt für Mieter mit schwierigem Vermieter und für Eigentümer in einer Gemeinschaft.

Wie lange ist die Wartezeit?

In den Musterbedingungen drei Monate ab Versicherungsbeginn. Keine Wartezeit gilt für Schadenersatz-, Straf- und Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz, für den Beratungs-Rechtsschutz im Familien- und Erbrecht und für Streit um den Kauf eines fabrikneuen Autos (ARB 2021).

Zahlt die Rechtsschutzversicherung, wenn mir eine Straftat vorgeworfen wird?

Bei einem verkehrsrechtlichen Vergehen, etwa nach einem Unfall, ja; stellt ein Gericht rechtskräftig Vorsatz fest, müssen Sie die Kosten erstatten. Außerhalb des Verkehrs nur bei Vergehen, die auch fahrlässig strafbar sind, und nur, solange Ihnen Fahrlässigkeit vorgeworfen wird. Nicht versichert sind Verbrechen und Vergehen, die nur vorsätzlich begangen werden können, wie Beleidigung oder Betrug (ARB 2021).

Der Versicherer lehnt meinen Fall ab. Was kann ich tun?

Lehnt er ab, weil er keine hinreichende Aussicht auf Erfolg sieht oder die Rechtsverfolgung für mutwillig hält, muss der Vertrag ein unparteiisches Verfahren vorsehen: ein Schiedsgutachten oder einen Stichentscheid (§ 128 VVG). Darauf muss der Versicherer Sie hinweisen. Ich prüfe die Ablehnung mit Ihnen.

Zahlt die Rechtsschutzversicherung eine Scheidung?

Nein. Familien- und Erbrecht sind in den Musterbedingungen ausgeschlossen; versichert ist nur der Rat oder die Auskunft eines Anwalts. Wird der Anwalt darüber hinaus tätig, zahlt der Versicherer nichts.

Was kostet mich die Prüfung?

Kein Honorar. Kommt über mich ein Vertrag zustande, zahlt der Versicherer mir eine Courtage; sie ist im Beitrag einkalkuliert. Ohne Abschluss entstehen Ihnen keine Kosten. Bleibt Ihr jetziger Vertrag der bessere, sage ich Ihnen das.

Wie läuft der Check ab und was passiert mit meinen Angaben?

Sie beantworten ein paar Fragen: um welchen Bereich es Ihnen geht, ob Sie schon versichert sind und, je nachdem, was Ihr Vertrag heute umfasst oder worauf es Ihnen bei einem neuen ankommt. Für die Anfrage selbst brauche ich nur Ihren Namen und eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Ein automatisches Ergebnis gibt es nicht: Ich schaue mir Ihre Angaben persönlich an und melde mich zum gewählten Zeitpunkt. Die Angaben nutze ich für Ihre Anfrage; an einen Versicherer gehen sie erst, wenn Sie ein Angebot möchten. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

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