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Ratgeber · Wohnen

Elementarschäden: Der Baustein, der in den meisten Verträgen fehlt

Ein Rohrbruch ist versichert. Dasselbe Wasser von außen ist es oft nicht.

Kurz gesagt

Was deckt eine Elementarschadenversicherung ab?

Die Elementardeckung ist ein Zusatzbaustein zur Hausrat- und zur Wohngebäudeversicherung. Sie übernimmt Schäden durch Naturereignisse, die von der Grunddeckung nicht erfasst sind: Überschwemmung, Starkregen, Rückstau aus der Kanalisation, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen und Erdbeben. Ohne diesen Baustein zahlt bei Wasser, das von außen ins Haus läuft, in aller Regel keine Versicherung.

  • Nicht enthalten in der Grunddeckung — muss eigens eingeschlossen werden
  • Deckt Starkregen und Rückstau, die häufigsten Fälle im Binnenland
  • Sturm und Hagel sind dagegen meist schon in der Grunddeckung
  • Die Einstufung erfolgt nach Gefährdungsklassen (ZÜRS) — sie entscheidet über Beitrag und Annahme
  • Rückstau wird oft nur bei vorhandener Rückstauklappe ersetzt

Der Irrtum

„Ich wohne doch gar nicht am Fluss"

Die Vorstellung, Elementarschäden beträfen nur Häuser an Gewässern, ist der häufigste Grund, warum der Baustein fehlt. Tatsächlich entstehen die meisten Schäden durch Starkregen — und Starkregen fällt überall. Wenn innerhalb einer halben Stunde mehr Wasser fällt, als die Kanalisation aufnehmen kann, läuft es ins Tiefste, was in der Nähe ist: Lichtschächte, Kellertreppen, Tiefgaragen.

Der zweite häufige Fall ist Rückstau. Wenn die Kanalisation voll ist, drückt das Wasser zurück in die Leitungen und kommt in Kellern aus Abflüssen und Toiletten wieder heraus. Dieser Schaden ist ohne Elementardeckung nicht versichert — und viele Versicherer verlangen zusätzlich eine funktionsfähige Rückstauklappe.

Ob der Baustein überhaupt angeboten wird und was er kostet, hängt an der Lage des Gebäudes. Die Versicherungswirtschaft ordnet jede Adresse einer Gefährdungsklasse zu. In den unteren Klassen ist der Einschluss günstig und unproblematisch. In der höchsten Klasse kann es schwierig werden — dann lohnt sich ein Makler, der mehrere Häuser anfragen kann.

Häufige Fragen

Elementarschäden — was Hausbesitzer fragen

Sind Sturm und Hagel auch Elementarschäden?

In der Versicherungssprache nicht. Sturm ab Windstärke 8 und Hagel sind in aller Regel bereits in der Grunddeckung von Hausrat und Wohngebäude enthalten. Der Elementarbaustein ergänzt das um Wasser von unten und außen sowie um Erdbewegungen.

Lohnt sich der Baustein auch für Mieter?

Ja, wenn Sachen im Keller oder im Erdgeschoss stehen. Der Mieter versichert seinen Hausrat, nicht das Gebäude — und ein volllaufender Kellerraum trifft genau diesen Hausrat. Für Wohnungen in oberen Stockwerken ist der Nutzen geringer.

Was ist eine Wartezeit?

Viele Versicherer lassen die Elementardeckung erst nach einer Wartezeit beginnen, häufig vier Wochen. Sie soll verhindern, dass jemand den Baustein einschließt, wenn das Hochwasser schon angekündigt ist. Wer sie vermeiden will, schließt den Baustein ein, bevor es aktuell wird.

Bekomme ich bei einer Naturkatastrophe nicht ohnehin Staatshilfe?

Darauf sollte sich niemand verlassen. Bund und Länder haben mehrfach deutlich gemacht, dass Hilfen an die Frage geknüpft werden können, ob eine zumutbare Versicherung möglich gewesen wäre. Wer versicherbar war und es nicht getan hat, steht schlechter da.

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