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Betriebliche Altersvorsorge

Betriebliche Altersvorsorge: Geld vom Arbeitgeber, das viele liegen lassen.

Seit 2022 muss der Arbeitgeber bei der Entgeltumwandlung mindestens 15 Prozent zuschießen, soweit er dadurch Sozialbeiträge spart. Wer keine Entgeltumwandlung nutzt, verzichtet darauf.

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, Versicherungsmakler, Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO · Stand:

Schritt 1 von 3

Wie ist Ihre Lage?

Kurz gesagt

Lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge?

Vor allem dann, wenn der Arbeitgeber etwas dazugibt. Bei der Entgeltumwandlung fließt Bruttogehalt steuer- und sozialabgabenfrei in den Vertrag, und der Arbeitgeber muss mindestens 15 Prozent zuschießen, soweit er dadurch Sozialbeiträge spart. Im Alter ist die Betriebsrente dafür voll steuerpflichtig, und gesetzlich Versicherte zahlen Kranken- und Pflegebeiträge. Ob es sich rechnet, entscheiden Zuschuss, Kosten des Tarifs und Ihr Steuersatz.

  • Steuerfrei 2026: bis 8.112 € im Jahr (8 % der Beitragsbemessungsgrenze)
  • Sozialabgabenfrei 2026: bis 4.056 € im Jahr (4 %)
  • Arbeitgeberzuschuss: mindestens 15 % bei Pensionsfonds, Pensionskasse und Direktversicherung
  • Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (§ 1a BetrAVG)
  • Bei Entgeltumwandlung gehört Ihnen die Anwartschaft vom ersten Tag an (§ 1b Abs. 5 BetrAVG)

Worum es geht

Wie funktioniert die Betriebsrente?

Bei der Entgeltumwandlung fließt ein Teil des Bruttogehalts in einen Versorgungsvertrag. Bis zu den Grenzen in der Tabelle fallen darauf keine Steuern und keine Sozialabgaben an. Aus einem Euro Nettoverzicht wird spürbar mehr Beitrag, als eine private Einzahlung ergäbe.

Der Haken kommt später: In der Auszahlungsphase sind Betriebsrenten voll steuerpflichtig, und gesetzlich Krankenversicherte zahlen darauf Kranken- und Pflegebeiträge. Ob sich die bAV lohnt, hängt deshalb an Steuerlast heute, Zuschuss des Arbeitgebers und Situation im Alter.

Es gibt fünf Durchführungswege. Welcher gilt, entscheidet der Arbeitgeber. Oft ist es eine Direktversicherung. Bietet er einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse an, läuft die Entgeltumwandlung dort; sonst können Sie eine Direktversicherung verlangen (§ 1a Abs. 1 BetrAVG).

Die Grenzen 2026

Was ist 2026 steuer- und beitragsfrei?

Was ist 2026 steuer- und beitragsfrei?
Grenzeim Jahrim MonatRechtsgrundlage
Steuerfreie Beiträge (8 % der Beitragsbemessungsgrenze)8.112 €676 €§ 3 Nr. 63 EStG
Sozialabgabenfreie Beiträge (4 %)4.056 €338 €§ 1 Abs. 1 Nr. 9 SvEV
Anspruch auf Entgeltumwandlung (4 %)4.056 €338 €§ 1a Abs. 1 BetrAVG
Pflichtzuschuss des Arbeitgebers15 % des umgewandelten Betrags, soweit er Sozialbeiträge spart—§ 1a Abs. 1a BetrAVG
Freibetrag in der Krankenversicherung auf Betriebsrenten—197,75 €§ 226 Abs. 2 SGB V

Grundlage: Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung 2026 = 101.400 €, Bezugsgröße 2026 = 3.955 € im Monat (SVBezGrV 2026). Der Freibetrag gilt für die Kranken-, nicht für die Pflegeversicherung. Ein Tarifvertrag darf beim Zuschuss abweichen (§ 19 Abs. 1 BetrAVG). Für 2027 verschieben sich die Werte mit den neuen Rechengrößen.

Ein typisches Beispiel

Angenommen, ein Angestellter wandelt einen Teil seines Gehalts um

Er gibt jeden Monat einen festen Betrag seines Bruttogehalts in die Direktversicherung seines Arbeitgebers. Auf seinem Konto fehlt davon deutlich weniger, weil auf den umgewandelten Teil keine Steuern und keine Sozialbeiträge anfallen. Der Arbeitgeber spart selbst Sozialbeiträge und legt deshalb mindestens 15 Prozent obendrauf. Wie viel am Ende bleibt, hängt an den Kosten des Tarifs. Genau dort lohnt der Vergleich, denn den Tarif hat meist der Arbeitgeber ausgesucht, nicht er.

Worauf wir achten

Worauf kommt es bei der Betriebsrente an?

Arbeitgeber­zuschuss

Pflicht sind 15 Prozent, viele geben mehr. Je höher, desto klarer rechnet sich die bAV gegenüber privater Vorsorge.

Kosten des Vertrags

Alte Rahmenverträge sind oft teuer. Ein Wechsel innerhalb des Unternehmens ist manchmal möglich.

Was beim Jobwechsel passiert

Der Vertrag kann mitgenommen, ruhend gestellt oder übertragen werden. Wer das nicht regelt, sammelt über Jahre Kleinstverträge an.

Abzüge im Alter

Kranken- und Pflegebeiträge auf die Betriebsrente werden bei der Entscheidung oft vergessen. Es gibt einen Freibetrag in der Krankenversicherung, aber er deckt nicht alles.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Lohnt sich die bAV für mich?

Umso mehr, je höher der Zuschuss des Arbeitgebers und je höher Ihre heutige Steuerlast ist. Bei geringem Einkommen und niedrigem Zuschuss kann die neue geförderte private Vorsorge ab 2027 besser passen. Das lässt sich ausrechnen, nicht pauschal beantworten.

Kann mein Arbeitgeber mir die bAV verweigern?

Nein. Auf Entgeltumwandlung bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze besteht ein gesetzlicher Anspruch (§ 1a BetrAVG). Bietet der Arbeitgeber einen Pensionsfonds oder eine Pensionskasse an, läuft sie dort; sonst können Sie eine Direktversicherung verlangen.

Was passiert, wenn ich den Job wechsle oder arbeitslos werde?

Bei Entgeltumwandlung behalten Sie Ihre Anwartschaft, auch wenn das Arbeitsverhältnis endet (§ 1b Abs. 5 BetrAVG). Der Vertrag wird nicht aufgelöst: Er ruht, kann privat weitergeführt oder zum neuen Arbeitgeber mitgenommen werden.

Ändert die Altersvorsorge-Reform 2027 etwas an meiner Betriebsrente?

An den Grenzen und am Arbeitgeberzuschuss nicht. Die Reform betrifft die private geförderte Vorsorge, also Riester und das neue Altersvorsorgedepot. Beides lässt sich mit einer Betriebsrente kombinieren; welche Reihenfolge sinnvoll ist, hängt an Zuschuss und Einkommen.

Lieber sprechen?

Rufen Sie durch oder beantworten Sie oben ein paar kurze Fragen, dann rufen wir zurück, wann es Ihnen passt.