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Ratgeber · Gewerbe

Betriebshaftpflicht: Was sie abdeckt und was nicht

Für viele Betriebe ist sie die erste Versicherung. Und eine, bei der oft das Falsche erwartet wird.

, Versicherungsmakler, Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO · Stand:

Kurz gesagt

Was deckt eine Betriebs­haftpflicht­versicherung ab?

Die Betriebshaftpflichtversicherung zahlt Personen- und Sachschäden, die ein Betrieb Dritten zufügt, und die Vermögensschäden, die daraus folgen. Der Versicherer prüft außerdem, ob eine Forderung berechtigt ist, und wehrt unberechtigte Ansprüche auf seine Kosten ab. Nicht versichert sind die Erfüllung und Nachbesserung der eigenen Leistung, Schäden am eigenen Eigentum und reine Vermögensschäden aus beratender oder planender Tätigkeit.

  • Gedeckt: Personen- und Sachschäden bei Dritten und die Vermögensschäden daraus
  • Eingeschlossen: Abwehr unberechtigter Forderungen auf Kosten des Versicherers (§ 100 VVG)
  • Nicht gedeckt: die eigene Leistung nachbessern oder neu erbringen
  • Tätigkeits-, Mietsach- und Schlüsselschäden: mit eigenen, gesonderten Summen
  • Reine Vermögensschäden aus Beratung und Planung: nur über eine Berufshaftpflicht

Die Grenze

Was ist der Unterschied zwischen Schaden und Mangel?

Eine zentrale Abgrenzung in der Betriebshaftpflicht ist die zwischen einem Mangel und einem Schaden. Wenn ein Maler eine Wand schlecht streicht, ist das ein Mangel: Er muss nachbessern, und die Versicherung zahlt nichts. Wenn derselbe Maler beim Streichen das Parkett ruiniert, ist das ein Schaden an fremdem Eigentum, und die Betriebshaftpflicht greift, je nach Lage über die Summe für Tätigkeitsschäden.

Die Musterbedingungen ziehen diese Grenze ausdrücklich: Ansprüche auf Erfüllung, Nacherfüllung, Minderung oder Rücktritt sind ausgeschlossen, ebenso Schäden, die erst entstehen, um die Nacherfüllung durchführen zu können. Die eigene Arbeit nachzubessern, bleibt also immer Sache des Betriebs. Versichert sind die Folgen, die über die eigene Leistung hinausgehen.

Die zweite Grenze betrifft Tätigkeitsschäden: Schäden an Sachen, an denen gerade gearbeitet wird, die dabei benutzt werden oder die im unmittelbaren Einwirkungsbereich liegen. Wer eine Heizung wartet und dabei den Kessel beschädigt, hat einen Tätigkeitsschaden. Die aktuellen Musterbedingungen regeln solche Schäden mit einer eigenen Versicherungssumme und nehmen Sachen aus, die zur Reparatur im eigenen Betrieb stehen. Für Handwerksbetriebe ist das ein zentraler Punkt im Vertrag.

Was oft fehlt

Vier Bausteine, nach denen Sie gezielt fragen sollten

Tätigkeits­schäden

Schäden an dem, woran gearbeitet wird. Die eigene Summe dafür sollte zu den Aufträgen passen, die Sie tatsächlich annehmen.

Schlüsselverlust

Wer einen fremden Schlüssel zu einer Schließanlage verliert, haftet unter Umständen für den Austausch. Versichert sind die Kosten für neue Schlösser, ein Notschloss und einen vorübergehenden Objektschutz, bis zur vereinbarten Summe.

Mietsach­schäden

Schäden an gemieteten Betriebsräumen und Gebäuden. Gemietete Einrichtung und Maschinen sind nicht erfasst, Abnutzung und Verschleiß ebenfalls nicht.

Erweiterte Produkt­haftpflicht

Wenn ein geliefertes oder eingebautes Teil in einer anderen Sache Schaden anrichtet und etwa Aus- und Einbaukosten entstehen. Wichtig für Zulieferer, Hersteller und Handwerker, die Material einbauen.

Fehlt einer dieser Bausteine in Ihrem Vertrag?

Wir legen Ihre Police neben das, was Sie tatsächlich tun: Tätigkeit, Summen, Schlüssel, Mietsachen.

Häufige Fragen

Was Betriebe zur Betriebs­haftpflicht fragen

Reicht meine Privathaftpflicht, wenn ich nebenberuflich selbstständig bin?

In aller Regel nicht. Die Privathaftpflicht versichert die Gefahren des täglichen Lebens, ausdrücklich nicht die eines Betriebs oder Berufs. Manche Tarife schließen einzelne Nebentätigkeiten mit Grenzen ein. Dann steht das in den Bedingungen. Ohne einen solchen Einschluss fällt die Lücke meist erst im Schadenfall auf.

Wie hoch sollte die Deckungssumme sein?

So hoch, dass sie den größten realistischen Schaden Ihrer Tätigkeit trägt, und mindestens so hoch, wie Auftraggeber es verlangen. Oft entscheiden aber die eigenen Summen für Tätigkeits-, Mietsach- und Schlüsselschäden: Eine hohe Hauptsumme hilft wenig, wenn der Tätigkeitsschaden nur knapp versichert ist.

Welcher Vertrag zahlt, wenn ein Schaden erst Jahre nach der Arbeit eintritt?

Nach den Musterbedingungen zählt das Schadenereignis, nicht der Zeitpunkt, zu dem der Fehler gemacht wurde: Es zahlt der Vertrag, der besteht, wenn der Schaden beim Dritten eintritt. Wer den Betrieb aufgibt und den Vertrag beendet, braucht deshalb eine Nachhaftung. Sie gilt nur, wenn sie vereinbart ist, und dann für eine festgelegte Zahl von Jahren.

Sind Arbeiten im Ausland versichert?

Nach den Musterbedingungen ja für Arbeiten und Leistungen im europäischen Ausland sowie für Geschäftsreisen, Messen und Märkte. Betriebsstätten im Ausland brauchen eine besondere Vereinbarung, ebenso Erzeugnisse, die Sie selbst ins Ausland liefern. Schäden in den USA oder Kanada durch Erzeugnisse, die erkennbar dorthin gehen sollten, sind ausgeschlossen.

Unsicher, wie es bei Ihnen aussieht?

Wir sehen uns an, welche Bausteine in Ihrem Vertrag fehlen. Das kostet Sie nichts. Wir werden über die Courtage vergütet. Und wenn nichts zu ändern ist, hören Sie auch das.