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Berufsunfähigkeitsversicherung

Berufs­unfähigkeits­versicherung: Ihr Einkommen hängt an Ihrer Arbeitskraft.

Wer mit 30 Jahren 3.000 Euro netto im Monat verdient, verdient bis 67 über 1,3 Millionen Euro, ohne eine einzige Gehaltserhöhung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert davon den Teil, von dem Sie leben.

  • An keine Versicherungsgesellschaft gebunden
  • Für Sie ohne Honorar, vergütet über die Courtage
  • Rückruf am nächsten Werktag

, Versicherungsmakler, Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO · Stand:

Schritt 1 von 3

Was machen Sie beruflich?

Kurz gesagt

Was ist eine Berufs­unfähigkeits­versicherung, und wann zahlt sie?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte Monatsrente, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf wegen Krankheit, Unfall oder Kräfteverfall voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben können (§ 172 VVG). In üblichen Verträgen genügt eine Einschränkung von mindestens 50 Prozent, die voraussichtlich sechs Monate anhält. Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, bekommt von der gesetzlichen Rentenversicherung dagegen nur eine Erwerbsminderungsrente. Und die fragt, ob Sie irgendeine Tätigkeit noch drei oder sechs Stunden am Tag schaffen.

  • Maßstab ist Ihr zuletzt ausgeübter Beruf, nicht der allgemeine Arbeitsmarkt
  • Gesetzlichen Berufsschutz haben nur noch vor dem 2. Januar 1961 Geborene (§ 240 SGB VI)
  • Neue volle Erwerbsminderungsrenten 2025: im Schnitt 1.126 Euro im Monat (DRV)
  • Richtwert der Verbraucherzentrale für die BU-Rente: 80 Prozent des Nettoeinkommens

Gesetzlich abgesichert?

Was zahlt der Staat, wenn ich nicht mehr arbeiten kann?

Wer nach dem 1. Januar 1961 geboren ist, hat keinen gesetzlichen Schutz bei Berufsunfähigkeit mehr, sondern nur noch die Erwerbsminderungsrente. Sie fragt nicht, ob Sie Ihren Beruf ausüben können, sondern ob Sie unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarkts noch arbeiten können, und zwar in irgendeiner Tätigkeit (§ 43 SGB VI). Unter drei Stunden am Tag gibt es die volle Rente, unter sechs Stunden die halbe. Wer sechs Stunden täglich irgendeine Arbeit schafft, bekommt nichts.

Die Beträge sind niedrig. Wer 2025 neu eine volle Erwerbsminderungsrente bekam, erhielt im Schnitt 1.126 Euro im Monat, bei teilweiser Erwerbsminderung 626 Euro, jeweils nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner (Deutsche Rentenversicherung, Rentenzugang 2025). Außerdem müssen Sie die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllen und in den letzten fünf Jahren drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben.

Wie hoch Ihre eigene Erwerbsminderungsrente heute wäre, steht in der Renteninformation, die Ihnen die Deutsche Rentenversicherung schickt (§ 109 SGB VI). Wer Fragen dazu hat, findet in Kassel eine Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung Hessen. Die Differenz zwischen diesem Betrag und Ihren laufenden Ausgaben ist die Lücke, um die es hier geht.

Die Bedingungen

Welche Klauseln entscheiden, ob die BU im Ernstfall zahlt?

Den Beitrag sieht man sofort, die Bedingungen erst im Leistungsfall. Diese Punkte gehören in jeden Vergleich. Die Verbraucherzentrale zählt mehrere davon zu den Mindestanforderungen an einen guten Vertrag.

Welche Klauseln entscheiden, ob die BU im Ernstfall zahlt?
KlauselWas sie regeltWorauf es ankommt
Verzicht auf abstrakte VerweisungOb der Versicherer Sie auf einen anderen Beruf verweisen darf, den Sie noch ausüben könnten (§ 172 Abs. 3 VVG)Verzicht vereinbart: Dann zählt nur Ihr Beruf
Grad und PrognoseAb wann Sie als berufsunfähig geltenMindestens 50 Prozent, voraussichtlich sechs Monate
Rückwirkende LeistungWas gilt, wenn Sie die Berufsunfähigkeit spät meldenRente ab Beginn der Berufsunfähigkeit, bei verspäteter Meldung mindestens drei Jahre rückwirkend
LaufzeitBis zu welchem Alter die Rente gezahlt wirdBis zum Rentenbeginn, in der Regel 67
NachversicherungsgarantieOb Sie die Rente später ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen könnenAnlässe wie Heirat, Geburt, Hauskauf oder Gehaltssprung
DynamikOb Rente und Beitrag regelmäßig steigenOhne sie verliert die Rente über Jahrzehnte an Kaufkraft
Stundung während der PrüfungOb Sie Beiträge aussetzen können, solange der Versicherer prüftAuf Wunsch gestundet

Einordnung nach § 172 VVG und den Mindestanforderungen der Verbraucherzentrale (Stand 02.01.2025). Maßgeblich sind die Bedingungen des einzelnen Tarifs.

Ein typisches Beispiel

Angenommen, eine Sachbe­arbeiterin kann nicht mehr lange sitzen

Nach einem schweren Bandscheibenvorfall zahlt ihr Arbeitgeber sechs Wochen das Gehalt weiter, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Nach Monaten ist klar: Acht Stunden am Schreibtisch wird sie auf absehbare Zeit nicht mehr schaffen. Die Rentenversicherung lehnt eine Erwerbsminderungsrente ab, weil sie eine Tätigkeit im Wechsel von Sitzen, Stehen und Gehen noch sechs Stunden am Tag ausüben könnte. Verzichtet ihre Berufsunfähigkeitsversicherung auf die abstrakte Verweisung, prüft sie dagegen allein ihren Beruf. Ist sie dort voraussichtlich mindestens sechs Monate zu 50 Prozent oder mehr eingeschränkt, zahlt sie die vereinbarte Rente.

Symbolbild: Frau am Schreibtisch fasst sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Rücken
Symbolbild

Vor dem Abschluss

Wie hoch, wie lange, ab wann?

Höhe der Rente

Die Rente sollte decken, was weiterläuft: Miete, Kredit, Versicherungen, Altersvorsorge. Die Verbraucherzentrale nennt 80 Prozent des heutigen Nettoeinkommens als Richtwert.

Laufzeit bis zum Rentenbeginn

Wer die Laufzeit kürzt, spart Beitrag, verliert aber den Schutz in den letzten Berufsjahren, in denen gesundheitliche Einschränkungen häufiger werden.

Früh abschließen

Beitrag und Berufsgruppe richten sich nach dem Alter und der Tätigkeit bei Abschluss. Wer als Schüler, Student oder Azubi abschließt, behält die Einstufung oft auch später.

Eigen­ständig statt gekoppelt

Eine eigenständige BU ist übersichtlicher als eine, die an eine Kapitallebens- oder Rentenversicherung gekoppelt ist: Beitrag und Leistung betreffen nur den Schutz. Kapitallebensversicherungen hält die Verbraucherzentrale nur ganz selten für sinnvolle Altersvorsorge.

Der Antrag

Wie beantworte ich die Gesundheits­fragen richtig?

Vor dem Vertrag fragt der Versicherer in Textform nach Ihrer Gesundheit. Anzugeben ist, wonach er fragt und was Sie wissen (§ 19 VVG). Unrichtige Angaben können später zum Rücktritt führen. Im schlimmsten Fall haben Sie jahrelang Beiträge gezahlt und bekommen im Ernstfall nichts.

Die Versicherer bewerten dieselben Angaben unterschiedlich. Nach Angaben der Verbraucherzentrale kann dieselbe Person bei einem Anbieter normal angenommen, beim zweiten mit Zuschlag und beim dritten abgelehnt werden. Bei Vorerkrankungen fragen wir deshalb zuerst anonym bei mehreren Versicherern an, ohne Namen und ohne Antrag.

Warum nicht gleich der Antrag? Lehnt ein Lebensversicherer ab oder nimmt er nur mit Erschwernis an, kann er das an das Hinweis- und Informationssystem der Versicherer (HIS) melden. Diagnosen stehen dort nicht, der Eintrag ist aber für den nächsten Versicherer sichtbar. Was bei Fehlern im Antrag gilt, steht im Ratgeber zu den Gesundheitsfragen.

Häufige Fragen

Was Sie vor dem Abschluss wissen sollten

Zahlt die BU auch bei psychischen Erkrankungen?

Ja. Die Berufsunfähigkeitsversicherung fragt nach den Folgen für Ihren Beruf, nicht nach der Ursache. Psychische und psychosomatische Erkrankungen sind der häufigste Grund, aus dem Menschen erwerbsgemindert werden: 2025 standen sie hinter 41,1 Prozent der neuen Erwerbsminderungsrenten (Deutsche Rentenversicherung). Eine Unfallversicherung zahlt nur nach einem Unfall, eine Grundfähigkeitsversicherung bei psychischen Erkrankungen meist nicht.

Ich habe Vorerkrankungen. Bekomme ich überhaupt eine BU?

Oft ja, manchmal mit Ausschluss oder Zuschlag. Welcher Versicherer wie entscheidet, klärt eine anonyme Risikovoranfrage, bevor irgendwo ein Antrag liegt. Wird die BU überall abgelehnt, bleiben Alternativen wie die Grundfähigkeitsversicherung, allerdings mit deutlich engerem Schutz.

Lohnt sich eine BU noch mit Mitte vierzig?

Der Beitrag steigt mit dem Eintrittsalter, und jede neue Diagnose macht die Gesundheitsprüfung schwerer. Bis 67 bleiben aber über zwanzig Berufsjahre und damit ein großer Teil Ihres Lebenseinkommens. Ob es sich für Sie rechnet, zeigt der Vergleich von Beitrag, Rücklagen und dem, was Ihre Renteninformation für die Erwerbsminderung ausweist.

Was gilt für Schüler, Studierende und Azubis?

Für sie ist der Beitrag meist niedriger, weil sie jung sind und nach Schule, Studienfach oder Ausbildung eingestuft werden. Einige Versicherer bieten Startertarife mit anfangs niedrigerem Beitrag an; nach der Startphase liegt er dann über dem normalen Beitrag. Wichtig ist, dass der Schutz bis zum Rentenalter reicht.

Was passiert, wenn ich den Beruf wechsle?

Maßgeblich ist der zuletzt ausgeübte Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war (§ 172 Abs. 2 VVG). Nach einem Wechsel prüft der Versicherer im Leistungsfall also die neue Tätigkeit. Ob Sie einen Berufswechsel melden müssen, regeln die Bedingungen Ihres Vertrags.

Kann ich die Beiträge von der Steuer absetzen?

Beiträge zu einer eigenständigen BU zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen (§ 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG). Der gemeinsame Höchstbetrag von 1.900 oder 2.800 Euro im Jahr ist bei Angestellten in der Regel schon durch die Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft. Wie die Rente später besteuert wird, hängt von der Vertragsform ab. Das klärt im Einzelfall ein Steuerberater.

Welche BU passt zu Ihrem Beruf?

Rufen Sie an oder vereinbaren Sie oben einen Rückruf. Gibt es Vorerkrankungen, klären wir zuerst anonym, wer Sie zu welchen Bedingungen versichert.