Ratgeber · Gesundheit
Zahnzusatz: Warum in den ersten Jahren weniger gezahlt wird
Zwei Begriffe entscheiden darüber, was Sie bekommen — und beide stehen nicht auf der Vorderseite des Prospekts.
Kurz gesagt
Was ist die Zahnstaffel bei einer Zahnzusatzversicherung?
Die Zahnstaffel begrenzt die Erstattung in den ersten Versicherungsjahren auf einen festen Höchstbetrag — häufig einige hundert bis über tausend Euro im ersten Jahr, mit steigenden Grenzen in den folgenden. Die Wartezeit ist davon zu unterscheiden: Sie ist ein Zeitraum zu Beginn, in dem überhaupt keine Leistung erbracht wird, üblicherweise drei bis acht Monate. Beides greift nur bei Behandlungen, die nach Vertragsbeginn notwendig werden — für bereits angeratene oder begonnene Behandlungen zahlt keine Zahnzusatzversicherung.
- Zahnstaffel: Höchstbetrag je Jahr, steigt über die ersten drei bis fünf Jahre
- Wartezeit: Zeitraum ohne jede Leistung, oft drei bis acht Monate
- Manche Tarife verzichten auf die Wartezeit, nicht aber auf die Staffel
- Laufende und angeratene Behandlungen sind immer ausgeschlossen
- Bei Unfall entfallen Wartezeit und Staffel meist
Der Zeitpunkt
Der beste Zeitpunkt für den Abschluss ist, wenn nichts weh tut
Zahnzusatzversicherungen sind so gebaut, dass sie sich für Menschen lohnen, die sie abschließen, bevor sie sie brauchen. Wer erst zum Zahnarzt geht und dann eine Versicherung sucht, kommt regelmäßig zu spät: Eine bereits angeratene Behandlung ist ausgeschlossen, und die Gesundheitsfragen im Antrag beziehen sich genau darauf.
Die Zahnstaffel wirkt dabei wie eine Anlaufkurve. Im ersten Jahr wird nur bis zu einem bestimmten Betrag erstattet, im zweiten mehr, und nach drei bis fünf Jahren gilt die volle Leistung. Diese Begrenzung entfällt bei den meisten Tarifen, wenn die Behandlung auf einem Unfall beruht.
Für die Auswahl wichtiger als der Beitrag ist der Erstattungssatz beim Zahnersatz und die Frage, ob er sich auf den Gesamtbetrag oder nur auf den Eigenanteil bezieht. Zwei Tarife, die beide „bis zu 90 Prozent" versprechen, können sich in der Auszahlung um mehrere hundert Euro unterscheiden.
Häufige Fragen
Zahnzusatz — was gefragt wird
Gibt es Tarife ohne Wartezeit?
Ja, einige Versicherer verzichten auf die Wartezeit. Auf die Zahnstaffel verzichten sie deshalb aber meist nicht — die Begrenzung in den ersten Jahren bleibt. Ein Tarif ohne Wartezeit ist also nicht automatisch der bessere.
Was zählt als „angeratene Behandlung"?
Alles, was ein Zahnarzt vor Vertragsbeginn festgestellt oder empfohlen hat — auch mündlich und auch ohne Heil- und Kostenplan. Maßgeblich ist die Dokumentation in der Patientenakte, nicht die eigene Erinnerung.
Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung für Kinder?
Häufig ja, vor allem wegen späterer Kieferorthopädie. Die gesetzliche Kasse zahlt nur ab einer bestimmten Schweregradstufe. Wichtig ist auch hier der frühe Abschluss — sobald eine Fehlstellung festgestellt ist, ist die Behandlung angeraten.
Zahlt die Versicherung auch professionelle Zahnreinigung?
Viele Tarife enthalten dafür einen jährlichen Zuschuss. Die Höhe und die Anzahl der Sitzungen unterscheiden sich stark. Das ist eine der wenigen Leistungen, die man regelmäßig in Anspruch nimmt — und damit ein sinnvolles Vergleichskriterium.
Unsicher, wie es bei Ihnen aussieht?
Wir sehen uns an, welcher Tarif bei Ihrem Zahnstatus noch annimmt — kostenlos, und wenn nichts zu ändern ist, hören Sie auch das.