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Für beratende und planende Berufe

Berufshaftpflicht: Ein falscher Rat kostet kein Material. Nur Geld.

Bei beratenden und planenden Berufen entsteht der Schaden oft im Vermögen des Kunden. Genau diesen Schaden schließt die Betriebshaftpflicht für solche Tätigkeiten aus.

  • An keine Versicherungsgesellschaft gebunden
  • Für Sie kostenlos, vergütet über die Courtage
  • Rückruf am nächsten Werktag

, Versicherungsmakler, Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO · Stand:

Schritt 1 von 3

Womit beraten oder planen Sie?

Kurz gesagt

Was ist eine Berufs­haftpflicht­versicherung?

Die Berufshaftpflichtversicherung deckt Schadenersatzansprüche aus Fehlern bei der Berufsausübung und wehrt unberechtigte Forderungen ab. Für beratende Berufe ist sie meist eine Vermögensschadenhaftpflicht: Sie zahlt, wenn ein Rat, eine Planung oder eine Prüfung einen Kunden Geld kostet. Vorgeschrieben ist sie unter anderem für Rechtsanwälte, Ärzte, Versicherungsvermittler sowie selbstständige Steuerberater und Architekten, meist mit Mindestsummen und einem Nachweis gegenüber Kammer, IHK oder Behörde.

  • Beratende Berufe: Vermögensschäden, bei Architekten und Ärzten auch Personen- und Sachschäden
  • Vermögensschadenhaftpflicht: Versichert ist der Fehler während der Vertragslaufzeit, auch wenn der Schaden später auffällt
  • Nachweis: Versicherungsbestätigung des Versicherers (§ 113 Abs. 2 VVG)
  • Endet eine Pflichtversicherung, haftet der Versicherer Dritten noch einen Monat nach Meldung an die zuständige Stelle (§ 117 Abs. 2 VVG)

Pflichtversicherung

Für wen ist die Berufs­haftpflicht Pflicht?

Eine Auswahl der Berufe, für die Gesetz oder Berufsrecht eine Berufshaftpflicht vorschreiben. Mindestsummen je Versicherungsfall, Stand 23.09.2026.

Für wen ist die Berufshaftpflicht Pflicht?
BerufRechtsgrundlageMindestsumme je FallZuständige Stelle
Rechtsanwälte§ 51 BRAO250.000 €Rechtsanwaltskammer (für Kassel, Fulda und Marburg die Rechtsanwaltskammer Kassel)
Steuerberater, selbstständig§ 67 StBerG, § 52 DVStB250.000 €Steuerberaterkammer
Versicherungsvermittler und -berater§ 34d Abs. 5 GewO, § 12 VersVermV1.564.610 €, im Jahr 2.315.610 €Industrie- und Handelskammer (in Kassel die IHK Kassel-Marburg)
Wohnimmobilienverwalter§ 34c GewO, § 15 MaBV500.000 €, im Jahr 1.000.000 €Erlaubnisbehörde nach § 34c GewO
Ärzte in Hessen§ 21 Berufsordnung der Landesärztekammer Hessen; Kassenpraxis: § 95e SGB V„hinreichend“; Kassenpraxis: 3.000.000 € für Personen- und Sachschäden, mit angestellten Ärzten oder als MVZ 5.000.000 €Landesärztekammer Hessen; Kassenpraxis: Zulassungsausschuss
Architekten in Hessen, selbstständig§ 4 Abs. 6 Nr. 5, § 17 Abs. 1 Nr. 8 HASG; Berufsgesellschaften: § 6 Abs. 4 HASG„ausreichend“; Berufsgesellschaften: 1.500.000 € Personen-, 500.000 € Sach- und VermögensschädenArchitekten- und Stadtplanerkammer Hessen
IT, Unternehmensberatung, Agenturenkeine gesetzliche Pflicht—nur, wenn Auftraggeber es vertraglich verlangen

Die Summen für Versicherungsvermittler gelten seit 09.10.2024 nach der Delegierten Verordnung (EU) 2024/896; der Text von § 12 VersVermV nennt noch die älteren Beträge und verweist für die Anpassung auf das EU-Recht. Eigene Regeln gelten unter anderem für Notare, Wirtschaftsprüfer sowie Finanzanlagen- und Immobiliardarlehensvermittler.

Worum es geht

Berufs­haftpflicht oder Vermögens­schaden­haftpflicht: Was ist der Unterschied?

„Berufshaftpflicht“ ist ein Sammelbegriff. Was sie abdecken muss, hängt vom Beruf ab: Bei Anwälten, Steuerberatern und Versicherungsvermittlern schreibt das Gesetz eine Versicherung gegen Vermögensschäden vor. Architekten versichern Personen-, Sach- und Vermögensschäden, Kassenärzte mindestens Personen- und Sachschäden. Für IT-Dienstleister, Unternehmensberater oder Agenturen ist die passende Form meist eine Vermögensschadenhaftpflicht.

Die Betriebshaftpflicht hilft hier nicht weiter: Ihre Musterbedingungen schließen reine Vermögensschäden aus planender, beratender, prüfender oder gutachterlicher Tätigkeit aus, beim Datenrisiko zusätzlich IT-Beratung, Software und Netzwerkarbeiten. Wer berät und zugleich beim Kunden vor Ort arbeitet, braucht deshalb oft beides.

In der Vermögensschadenhaftpflicht zählt der Verstoß, also der Fehler selbst. Versichert ist, was während der Vertragslaufzeit falsch gemacht wurde, auch wenn der Schaden erst Jahre später auffällt. Wie lange nach Vertragsende noch gemeldet werden kann, legt der Vertrag fest.

Ein typisches Beispiel

Angenommen, die Datensicherung hat eine Lücke

Angenommen, Sie richten als IT-Dienstleister die Datensicherung eines Kunden ein und übersehen dabei ein Verzeichnis. Monate später fällt ein Server aus, und genau diese Daten fehlen. Der Kunde verlangt die Kosten für die Rekonstruktion und seinen Umsatzausfall. Verletzt ist niemand, beschädigt ist nichts: ein reiner Vermögensschaden aus Ihrer Tätigkeit. Zahlen kann hier nur eine Vermögensschadenhaftpflicht, die Ihre IT-Leistungen ausdrücklich einschließt.

Worauf wir achten

Die Punkte, die den Unterschied machen

Tätigkeitsbild

Versichert ist die Tätigkeit, die im Versicherungsschein beschrieben ist. Neue Leistungen gehören vorher gemeldet, etwa wenn ein Berater anfängt, Software einzurichten.

Rückwärts­versicherung

Deckt, wenn vereinbart, Fehler aus der Zeit vor Vertragsbeginn, soweit sie Ihnen und Ihren mitversicherten Mitarbeitern bei Abschluss nicht bekannt waren. Wichtig beim Wechsel des Versicherers.

Nachmelde­frist

Wie lange nach Vertragsende Fehler aus der Laufzeit noch gemeldet werden können. Wichtig, wenn Sie die Tätigkeit aufgeben oder wechseln.

Geltungsbereich

Nach den Musterbedingungen gilt der Schutz nur für Ansprüche vor europäischen Gerichten und wegen europäischen Rechts. Gemeint sind der EWR und die Schweiz. Wer für Kunden außerhalb Europas arbeitet, braucht eine ausdrückliche Vereinbarung.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Brauche ich Betriebs- und Berufshaftpflicht?

Wenn Sie beraten und zugleich beim Kunden arbeiten, meist ja: Der umgestoßene Bildschirm ist ein Sachschaden, der falsche Rat ein Vermögensschaden. Manche Versicherer bieten beides in einem Vertrag an.

Was passiert, wenn meine Pflichtversicherung endet?

Der Versicherer meldet das Ende der zuständigen Stelle, etwa der Kammer oder der IHK. Gegenüber Geschädigten haftet er noch bis einen Monat nach dieser Meldung (§ 117 Abs. 2 VVG). Ohne neuen Vertrag drohen je nach Beruf ernste Folgen: Anwälten der Widerruf der Zulassung (§ 14 BRAO), Kassenärzten das Ruhen der Zulassung (§ 95e SGB V).

Welche Versicherungssumme brauche ich, wenn es keine Pflicht gibt?

Eine Summe, die den größten realistischen Schaden aus einem Auftrag trägt, und mindestens das, was Ihre Auftraggeber verlangen. Achten Sie auch darauf, wie oft die Summe im Jahr zur Verfügung steht: Die Jahreshöchstleistung ist begrenzt.

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