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Krankentagegeld

Krankentagegeld: Nach sechs Wochen Krankheit wird es finanziell eng.

Der Arbeitgeber zahlt sechs Wochen weiter. Danach gibt es Krankengeld, und das liegt unter dem gewohnten Netto, bei Gehältern über der Beitragsbemessungsgrenze deutlich.

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Wie verdienen Sie Ihr Geld?

Kurz gesagt

Was ist ein Krankentagegeld, und wer braucht es?

Ein Krankentagegeld ist eine private Versicherung, die für jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit einen vereinbarten Betrag zahlt, und zwar ab dem Tag, den Sie im Vertrag festlegen. Angestellte schließen damit die Lücke zwischen dem gesetzlichen Krankengeld und ihrem Nettoeinkommen, die ab der siebten Krankheitswoche entsteht. Für Selbstständige und privat Versicherte ist es oft die einzige Absicherung ihres Einkommens bei Krankheit.

  • Woche 1 bis 6: Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber (§ 3 EFZG)
  • Ab Woche 7: Krankengeld, 70 % vom Brutto, höchstens 90 % vom Netto (§ 47 SGB V)
  • Höchstkrankengeld 2026: 135,63 Euro je Kalendertag
  • Wegen derselben Krankheit höchstens 78 Wochen in drei Jahren, die Lohnfortzahlung eingerechnet

Die Rechnung

Wie groß ist die Lücke nach sechs Wochen?

Bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber bis zu sechs Wochen das volle Gehalt weiter (§ 3 EFZG). Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld: 70 Prozent des regelmäßigen Bruttoentgelts, höchstens 90 Prozent des Nettos (§ 47 SGB V). Berechnet wird es nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro im Monat. Im Jahr 2026 gibt es also höchstens 135,63 Euro am Tag, egal wie hoch das Gehalt ist.

Vom Krankengeld gehen außerdem Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab. Je weiter Ihr Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, desto größer wird die Lücke, weil das Krankengeld dort nicht mehr mitwächst. Miete, Kredit und Versicherungen laufen trotzdem in voller Höhe weiter.

Hauptberuflich Selbstständige bekommen in der gesetzlichen Kasse nur Krankengeld, wenn sie es wählen: mit einer Wahlerklärung ab der siebten Woche (§§ 44, 46 SGB V), mit einem Wahltarif der Kasse auch früher (§ 53 Abs. 6 SGB V). Privat Versicherte haben ohne Krankentagegeld-Tarif keinen Anspruch. Wie Selbstständige den Beginn wählen, steht im Ratgeber Krankentagegeld für Selbstständige.

Im Überblick

Was bekommen Angestellte, wenn sie länger krank sind?

Was bekommen Angestellte, wenn sie länger krank sind?
ZeitraumWer zahltWie vielGrundlage
Woche 1 bis 6ArbeitgeberVolles Gehalt§ 3 EFZG
Ab Woche 7Krankenkasse70 % des Bruttos, höchstens 90 % des Nettos, 2026 höchstens 135,63 € am Tag, abzüglich Sozialbeiträgen§§ 44, 47 SGB V
Bis höchstens Woche 78KrankenkasseWegen derselben Krankheit endet das Krankengeld nach 78 Wochen in drei Jahren, die sechs Wochen Lohnfortzahlung eingerechnet§ 48 SGB V
Mit KrankentagegeldPrivater VersichererVereinbarter Tagessatz ab dem vereinbarten Tag; mit dem Krankengeld zusammen höchstens das NettoeinkommenTarif, MB/KT § 4

Höchstkrankengeld 2026 nach vdek (Stand 19.12.2025), berechnet aus der Beitragsbemessungsgrenze. Was nach 78 Wochen folgt, hängt vom Einzelfall ab, etwa Arbeitslosengeld oder eine Rente wegen Erwerbsminderung.

Ein typisches Beispiel

Angenommen, ein angestellter Meister fällt vier Monate aus

Nach einem Bandscheibenvorfall zahlt sein Arbeitgeber sechs Wochen das Gehalt weiter, danach die Krankenkasse. Weil sein Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, wächst das Krankengeld nicht mehr mit, und nach Abzug der Sozialbeiträge fehlt jeden Monat ein spürbarer Teil seines Nettos. Miete, Kreditrate und Versicherungen laufen weiter. Ein passend bemessenes Krankentagegeld ab dem 43. Tag hätte diese Differenz ausgleichen können, ohne Griff in die Rücklagen.

Worauf wir achten

Worauf kommt es beim Krankentagegeld an?

Ab welchem Tag

Angestellte beginnen sinnvoll mit dem 43. Tag, wenn die Lohnfortzahlung endet. Selbstständige wählen oft einen früheren Tag. Je früher, desto höher der Beitrag.

Höhe richtig ansetzen

Krankentagegeld und Krankengeld zusammen dürfen das Nettoeinkommen nicht übersteigen. Sinkt Ihr Einkommen dauerhaft, darf der Versicherer Tagegeld und Beitrag herabsetzen (MB/KT § 4).

Mitwachsen mit dem Einkommen

Steigt Ihr Gehalt, sollte das Tagegeld folgen. Manche Tarife erlauben das innerhalb bestimmter Fristen ohne neue Gesundheitsprüfung.

Übergang in die Berufs­unfähigkeit

Nach den Musterbedingungen endet der Vertrag mit Eintritt der Berufsunfähigkeit, bei laufender Arbeitsunfähigkeit spätestens drei Monate danach (MB/KT § 15). Deshalb gehört eine Berufsunfähigkeitsversicherung dazu.

Wiedereingliederung

Gezahlt wird bei voller Arbeitsunfähigkeit. Ob während einer stufenweisen Wiedereingliederung weitergezahlt wird, regelt der Tarif (MB/KT § 1 Abs. 3).

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Brauche ich als Angestellter wirklich ein Krankentagegeld?

Das hängt an Einkommen und Rücklagen. Wer unter der Beitragsbemessungsgrenze verdient und einige Monatsausgaben auf dem Konto hat, übersteht eine längere Krankheit meist. Wer darüber verdient, allein das Einkommen der Familie trägt oder einen Kredit bedient, spürt die Lücke sofort.

Ersetzt es die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Nein. Das Krankentagegeld zahlt bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit, die BU bei dauerhafter Berufsunfähigkeit. Weil das Krankentagegeld mit der Berufsunfähigkeit endet, ergänzen sich beide. Wichtig ist, dass die Leistungen nahtlos ineinandergreifen.

Zahlt das Krankentagegeld auch bei psychischen Erkrankungen?

Ja. Maßgeblich ist die ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit, nicht die Diagnose. Nach den Musterbedingungen muss sie allerdings vollständig sein: Wer teilweise weiterarbeitet, bekommt in der Regel nichts.

Muss ich das Krankentagegeld versteuern?

Leistungen aus einer Krankenversicherung sind steuerfrei (§ 3 Nr. 1 Buchst. a EStG). Der Progressionsvorbehalt in § 32b EStG nennt das gesetzliche Krankengeld, privates Krankentagegeld nicht. Wie es in Ihrer Steuererklärung aussieht, klärt ein Steuerberater.

Was passiert nach 78 Wochen?

Das gesetzliche Krankengeld wegen derselben Krankheit endet. Ein privates Krankentagegeld zahlt weiter, solange Arbeitsunfähigkeit besteht und der Tarif keine Höchstdauer vorsieht, längstens bis zur Berufsunfähigkeit, mit der der Vertrag endet.

Wie groß ist Ihre Lücke ab der siebten Woche?

Rufen Sie an oder vereinbaren Sie oben einen Rückruf. Wir rechnen Krankengeld und Tagegeld mit Ihren Zahlen durch.