Ratgeber · Gesundheit
Krankentagegeld: Was Selbstständige bekommen, wenn sie ausfallen
Ein Angestellter bekommt sechs Wochen lang sein Gehalt weiter. Ein Selbstständiger bekommt ab dem ersten Tag nichts.
Kurz gesagt
Ab wann zahlt das Krankentagegeld für Selbstständige?
Krankentagegeld beginnt an dem Tag, der im Vertrag als Karenzzeit vereinbart ist — üblich sind der 15., der 22. oder der 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Je später die Zahlung einsetzt, desto niedriger ist der Beitrag. Selbstständige haben ohne eine solche Absicherung im Krankheitsfall keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung; freiwillig gesetzlich Versicherte können zusätzlich einen Wahltarif mit Krankengeld abschließen, der in der Regel ab der siebten Woche greift.
- Keine Entgeltfortzahlung für Selbstständige — die Lücke beginnt am ersten Tag
- Übliche Karenzzeiten: ab dem 15., 22. oder 43. Tag
- Die Höhe orientiert sich am Nettoeinkommen und ist steuerfrei
- Gesetzlich Versicherte: Wahltarif Krankengeld meist ab Woche 7
- Privat Versicherte: Krankentagegeld ist ein eigener Tarifbaustein
Die Rechnung
Die Frage ist nicht, ob — sondern ab wann
Für Selbstständige ist Krankentagegeld selten eine Grundsatzfrage und fast immer eine Frage des richtigen Startzeitpunkts. Wer Rücklagen für zwei Monate hat, braucht keine Zahlung ab dem 15. Tag und spart mit einer längeren Karenzzeit spürbar Beitrag. Wer ohne Rücklagen arbeitet, braucht den frühen Beginn.
Die Höhe sollte sich am tatsächlichen Bedarf orientieren, nicht am Umsatz. Maßgeblich ist, was monatlich weiterläuft, wenn nichts hereinkommt: Miete, Versicherungen, Kredite, Lebenshaltung. Bei vielen Selbstständigen laufen zusätzlich betriebliche Kosten weiter — Leasing, Personal, Räume. Dafür gibt es eigene Bausteine, etwa eine Betriebsunterbrechungsversicherung.
Ein Punkt wird regelmäßig übersehen: Krankentagegeld zahlt nur bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit. Wird daraus Berufsunfähigkeit, endet die Zahlung — meist mit einer Übergangsfrist. Krankentagegeld ersetzt daher keine Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern schließt die Lücke davor.
Häufige Fragen
Krankentagegeld — was Selbstständige fragen
Ist Krankentagegeld steuerpflichtig?
Krankentagegeld aus einer privaten Versicherung ist steuerfrei. Anders als beim gesetzlichen Krankengeld unterliegt es auch nicht dem Progressionsvorbehalt. Das ist ein Grund, warum die vereinbarte Höhe näher am Netto als am Brutto liegen sollte.
Welche Karenzzeit ist die richtige?
Das hängt allein an Ihren Rücklagen. Wer zwei bis drei Monate überbrücken kann, fährt mit einer längeren Karenzzeit günstiger. Wer das nicht kann, sollte früh beginnen lassen — der höhere Beitrag ist billiger als ein Kredit im Krankheitsfall.
Zahlt die Versicherung auch bei einem Unfall?
Ja. Krankentagegeld knüpft an die Arbeitsunfähigkeit an, nicht an deren Ursache. Ob Krankheit oder Unfall, spielt für den Anspruch keine Rolle.
Was ist, wenn ich nur teilweise arbeiten kann?
Die meisten Tarife setzen vollständige Arbeitsunfähigkeit voraus. Wer halbtags weiterarbeiten kann, bekommt in der Regel nichts. Es gibt Tarife mit Teilarbeitsunfähigkeit — danach muss man gezielt fragen, sie sind nicht der Standard.
Unsicher, wie es bei Ihnen aussieht?
Wir sehen uns an, welche Karenzzeit zu Ihren Rücklagen passt — kostenlos, und wenn nichts zu ändern ist, hören Sie auch das.